Das Montessori Zentrum in Offenburg auf dem Weg zur Schule von morgen – Oberbürgermeister Steffens begrüßt Margret Rasfeld von der Initiative „Schule im Aufbruch“

Schon immer beschäftigt sich das Montessori Zentrum Ortenau e.V. (MZO) mit großen Zukunftsfragen und wird nun folgerichtig neues und erstes Mitglied der bundesweiten Initiative „Schule im Aufbruch“ in der Ortenau – gegründet 2012 von Bildungsinnovatorin Margret Rasfeld, und dem bekannten Hirnforscher und Neurobiologe Prof. Dr. Gerald Hüther.

„Schule im Aufbruch“ steht für eine selbstbestimmte, handlungsorientierte und realitätsgebundene Bildung und orientiert sich auch an den Zielen der Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE). Die Schulen dieser Initiative begreifen die Potentialentfaltung ihrer Schüler*innen als Kernaufgabe. Denn wenn es gelingt, die den Kindern angeborene Begeisterungsfähigkeit zu erhalten und zu fördern, ihnen ausreichend Raum für ihre Kreativität zu geben, dann werden sie zu aktiven Gestalter*innen unserer Gesellschaft. „Schule im Aufbruch“ begleitet Schulen in ihrem Transformationsprozess hin zu einer solchen Lernkultur, die sich durch Vertrauen, Wertschätzung, Beziehung, Verantwortung und Sinn auszeichnet.

Oberbürgermeister Marco Steffens begrüßte Margret Rasfeld während ihres Besuches im Rahmen einer Lehrerfortbildung im MZO. Margret Rasfeld begleitet mit ihrer jahrzehntelangen Erfahrung als Schulleiterin und Initiatorin von „Schule im Aufbau“ die neu gegründete Gemeinschaftsschule am MZO im Aufbau. Für ihr außergewöhnliches Engagement für ein zukunftsweisendes Bildungssystem wurde sie mehrfach ausgezeichnet, zuletzt mit dem „Aufbruch Award“ (Süddeutsche Zeitung/Google). OB Steffens und Rasfeld tauschten sich angeregt mit der Schulleiterin des MZO, Tanja Brettschneider, darüber aus, wie wichtig zukunftsweisende Schulen für die gesellschaftlichen, sozialen und wirtschaftlichen Perspektiven einer Region sind: Werden aus Kindern und Jugendliche selbstwirksame Problemlöser mit eigenen Visionen, gewinnen die Unternehmen in der Wirtschaftsregion Ortenau starken Nachwuchs, der es gewohnt ist, eigenständig zu arbeiten, vernetzt zu denken, Entscheidungsprozesse einzuleiten und Verantwortung zu übernehmen. An dieser Stelle betont Marco Steffens den großen Mehrwert der Vielfältigkeit einer Bildungslandschaft wie Offenburg sie hat.

Schulische Bildung muss junge Menschen befähigen, sowohl für ihre eigene Person als auch für die Gesellschaft, deren Mitglieder sie sind, Verantwortung zu tragen. Daher setzt das MZO neben der stärkenorientierten Montessori-Pädagogik künftig einen weiteren Schwerpunkt: Die Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) wird künftig in Grund- und Gemeinschaftsschule als übergreifendes Bildungsziel fest im Unterricht verankert. Je früher sich Kinder mit nachhaltiger Entwicklung befassen, desto selbstverständlicher wird später ihr kritischer und engagierter Umgang mit den großen politischen, ökologischen, ökonomischen und sozialen Herausforderungen unserer Zeit. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, im Unterricht nicht nur Fakten zu vermitteln . Schüler*innen sollen Gestaltungskompetenz erwerben, d.h. nachhaltige von nicht nachhaltigen Lösungen zu unterscheiden, Interessen abzuwägen, unterschiedliche Perspektiven wahrzunehmen.

Die Schüler*innen im MZO sollen also Freiräume erhalten, um ihre Urteils- und Handlungsfähigkeit zu stärken. Wie das gehen kann? „Wir machen uns auf den Weg, das neue Lernelement FREI DAY in unseren Stundenplan zu integrieren“, sagt Schulleiterin Tanja Brettschneider. „Am FREI DAY stellt das Leben selbst die Fragen. Schüler*innen sind selbst gewählten Herausforderungen auf der Spur, entwickeln konkrete Lösungen und setzen die Projekte direkt in Gemeinde oder Stadtteil um. Der FREI DAY ist ein Modul mit mindestens vier Stunden pro Woche, er fördert zentrale Zukunftskompetenzen und macht unsere Schüler*innen zu aktiven Gestalter*innen der Welt.“

Neben OB Steffens haben sich auch die Schüler*innen der Gemeinschaftsschule mit Margret Rasfeld über ihre Arbeit und die großen Herausforderungen der Welt ausgetauscht. Klimawandel, Gerechtigkeit, Armut und die Bewahrung unseres Planeten kamen zur Sprache. Schnell wurde klar, dass es angesichts solcher Probleme Zeit wird, zu handeln. Orientierung leisteten dabei die 17 Ziele für Nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen (17 Sustainable Development Goals of the UN). Die Schüler*innen waren fasziniert von den großen Weltzielen und möchten baldmöglichst damit beginnen, ihren Beitrag zur Erreichung der Ziele zu leisten. Die Ideen sprudelten nur so: Insektenhotels bauen und im Stadtteil verteilen, auf die Problematik von Plastik in den Meeren aufmerksam machen, mit dem eigenen Kaufverhalten Einfluss ausüben und nicht zuletzt einen MZO-Schülerblog gründen, der über solche Aktivitäten berichtet.

Auf die Frage, welche Aufgaben die Schüler*innen konkret in Offenburg übernehmen können, stellte Marco Steffens u.a. das neue Klimaschutzkonzept der Stadt vor: Offenburg soll klimaneutral werden. Ein Paket an Maßnahmen, die das Klimaschutzhandeln der Stadt Offenburg für die nächsten Jahre bestimmen und den Weg in eine klimaneutrale Zukunft möglich machen sollen, sei in Arbeit. Der Bürgerrat ermöglicht Offenburger Bürger*innen aller Altersklassen, ihr klimafreundliches Offenburg der Zukunft aktiv mitzugestalten. 

An diesem Vormittag waren sich alle einig, dass unsere Welt sich stärker denn je im Wandel befindet. Im digitalen Zeitalter braucht es eine zukunftsgerichtete, lösungsorientierte Bildungsumgebung für unsere Kindern. Es geht längst nicht mehr um reine Wissensvermittlung, sondern darum, wie wir unser Wissen einsetzen, um Lösungen zu finden und Verantwortung zu übernehmen. Als erste Schule im Aufbruch in der Ortenau freuen sich die Schüler*innen und das Team im MZO darauf, neue Wege zu gehen . „Wir verstehen uns als lernende Organisation und sind dankbar für die Begleitung von Frau Rasfeld. Ihr Blick von außen und ihre Ideen inspirieren und unterstützen uns sehr auf unserem Weg beim Aufbau unserer neuen Gemeinschaftsschule. Es ist für uns ein großes Geschenk, gemeinsam mit den Eltern und Schüler*innen an der Gestaltung einer so wunderbaren neuen Schule mitzuwirken“, so die Schulleiterin vom MZO.