„Macht uns nicht, sondern lasst uns werden.“

Gedanken aus dem Team zum dritten Kinderwunsch nach Claus-Dieter Kaul:

Dieser Wunsch schreit förmlich nach dem bekanntesten Motto von Maria Montessori: „Hilf mir, es selbst zu tun!“ Kinder wachsen zu lassen und zu respektieren, dass sie selbstständig werden wollen, fällt nicht immer leicht. Doch gerade durch die Zurückhaltung der Erwachsenen lernen Kinder am meisten. Kinder müssen selbst Erfahrungen und „Fehler“ machen, um aus ihnen zu lernen und eigene Lösungswege finden ohne dass ein Erwachsener seinen Senf dazu gibt und den Kindern womöglich eine Lösung aufzwingt.

Streiten sich zwei Kinder, ist es nicht die Aufgabe des Erwachsenen eine möglichst faire Lösung für die Kinder zu finden. Seine Aufgabe ist es, das Konfliktgespräch zu moderieren, so dass jedes Kind seine Wünsche und Bedürfnisse äußern kann und die Kinder selbst überlegen können, wie eine Lösung aussehen könnte, die für sie passt. Manchmal ist ein Kompromiss die passende Lösung, aber andere Male eben nicht. Diese Erfahrungen stärken das Kind für weitere Herausforderungen und es gewinnt Vertrauen in sich selbst schwierige Situationen meistern zu können.

Aber nicht nur das Kind lernt, sondern auch der Erwachsene. Er lernt die eigenen Bedürfnisse und Ansprüche von denen des Kindes zu trennen und genau hinzusehen und sich zu fragen: „Wer bist du?“ und „Was kannst du?“.
Für das Kind als helfende Hand bereitzustehen und es zu unterstützen ohne es zu dominieren ist eine hohe Kunst und ein Lernprozess, den Erwachsene und Kinder gemeinsam gehen.

Christine Vogel, Erzieherin im Montessori Zentrum Ortenau e.V.